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zuletzt aktualisiert: 2013
Freie Wohnungshaltung
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Freie Wohnungshaltung

Seit kurzem läuft bei uns das Projekt „Kaninchen in freier Wohnungshaltung“. Wir das bin ich (Theresa, 20 Jahre), mein Freund (Thomas ,20 Jahre) und unsere 3 Kaninchen Ninú (Zwergwidder, weiblich, zwei Jahre), Yranor (NHD-Widder, männlich, kastriert, zwei Jahre) und Tuia (Mittelschecke, weiblich, Alter unbekannt).
Die Entscheidung für die freie Wohnungshaltung fiel bei uns, da wir umziehen mussten und die Einrichtung einer neuen Wohnung die perfekte Gelegenheit dafür bot. Leider fand ich bei Recherchen im Internet nur sehr wenige Erfahrungsberichte zu diesem Thema. Aus diesem Grund dieser ausführliche Text.
Wieso freie Wohnungshaltung?
Ich denke viele, die Kaninchen in Innenhaltung haben, kennen dieses Dilemma: Man ist sich den Bedürfnissen der Tiere bewusst und möchte ihnen so gerne gerecht werden. Da man aber z.B. in einer Mietwohnung lebt und keinen eigenen Garten hat ist es nicht möglich den Tieren ein dauerhaftes und sicheres Außengehege zum Ausleben ihrer Bedürfnisse zu bieten.
Wie viele fing meine Kaninchenhaltung mit sehr vielen Fehlern an: Einzelkaninchen im Käfig mit Auslauf. Zum Glück bekam ich im Internet viele Informationen und verbesserte meine Haltung. In dieser Verbesserung kamen erstens Immer mehr Kaninchen dazu und zweitens bekamen sie immer mehr Platz. Zuletzt lebten sie in einem festen Innengehege mit Auslauf in unserer alten Wohnung.
Allerdings bemerkte ich, dass die Mindestmaße von 2m ² pro Tier für den Bewegungsdrang der Kaninchen einfach nicht ausreichend sind. Wir sind beide voll berufstätig und teilweise zehn Stunden am Tag nicht zu Hause, schlafen möchte man auch noch, also beläuft sich der Auslauf der Tiere manchmal nur auf wenige Stunden in der Wohnung. Dies ist für Tiere mit einem so großen Bewegungsdrang wie Kaninchen sie haben einfach nicht gerecht. Deswegen haben wir uns entschieden ihnen in unserer neuen Wohnung unser Wohnzimmer von 35m² komplett zur Verfügung zu stellen. Das klingt einfach, bedarf aber vorher vieler Überlegungen, die ich nun aufzählen möchte.
1.            Rahmenbedingungen
Hat man Kaninchen, die für diese Haltungsform geeignet sind? So gerne wir Menschen das hätten, aber nicht alle Kaninchen kann man in einer Wohnung halten! Es gibt Kaninchen denen man in Innenhaltung niemals gerecht werden kann und beide Parteien würden damit nicht glücklich werden. Ein solches Tier wird einem die Einrichtung auseinander nehmen. In solch einem Fall sollte man zum Wohle des Tieres einen guten Platz in Außenhaltung suchen.
Ist die Wohnung dafür geeignet? Dazu gehört neben der Möglichkeit alles in der Wohnung sichern zu können auch, dass die Vermieter einverstanden sind. Zwar können Kaninchen laut Mietergesetz NICHT verboten werden, allerdings gilt dies nur weil Kaninchen leider zu den Käfigtieren gezählt werden. Um Ärger zu vermeiden sollten also die Vermieter informiert werden, dass man mit Kaninchen einzieht, welche Auslauf in der Wohnung bekommen.
Ist man als Mensch bereit Kompromisse einzugehen? Nur wer bereit ist viel seines eigenen Lebensraumes abzugeben und wer kompromissbereit ist wird mit dieser Haltungsform glücklich. Angeknabberte Möbel, abgerissene Tapeten, Pfützen und Böbbel auf dem Fußboden, tägliches saubermachen… Wen das stört der sollte wohl von dieser Haltungsform Abstand nehmen. Man braucht viel Verständnis für die Tiere und deren Verhalten.
Sind diese Punkte geklärt kann es mit der Vorbereitung losgehen:
2.            Vorbereitung
Der passende Bodenbelag:
In unserer Wohnung lag Korkboden. Dieser ist leider nicht geeignet, da unversiegelt und sicher sehr attraktiv anzuknabbern und zu fressen.
Ich würde prinzipiell immer zuerst PVC für die Innenhaltung empfehlen! Dieses ist leicht sauber zu halten und angerautes PVC ist auch zum Hoppeln ideal.
Leider war das Verlegen von PVC bei uns aufgrund der Größe und des Schnittes des Raumes (und unseres Geldbeutels…) nicht möglich, sodass wir uns für Teppichboden entschieden haben. Allerdings ist dieser Bodenbelag für mich immer die zweite Wahl. Zum hoppeln ist er für die Kaninchen natürlich super, aber umso schwerer sauber zu halten.
Der Bodenbelag sollte nach dem Verlegen mit Fußleisten gesichert werden!
Auswahl der Möbel:
Nicht alle Möbel sind für den Kaninchenbereich geeignet. Aus unserer Erfahrung heraus kann ich nur jedem empfehlen ein Zimmer der Wohnung „kaninchenfrei“ zu halten. Bei uns ist dies das Schlafzimmer, in dem unser Bett und der Arbeitsplatz meines Freundes (Informatiker) stehen. Denn dies sind zwei Dinge die für uns nicht zu sichern sind. Betten werden gerne als Klo benutzt, außerdem ist es gefährlich nachts „Besuch“ im Bett zu bekommen. Nicht alle Schreibtische können ausreichend gesichert werden.
Weiterhin kaninchenfrei ist unser Vorratsraum, wegen der Putzmittel dort.
Der Hauptaufenthaltsraum unserer Kaninchen ist das Wohnzimmer, sowie das Ess- und mein Arbeitszimmer, diese beiden Räume sind zueinander offen.
Sicherung der Möbel:
Am wichtigsten zu sichern sind alle Elektrogeräte! Kabel sind sehr lecker und ebenso gefährlich. TV und Computer müssen gesichert werden! Auch wenn man alle Kabel gesichert hat sollten alle Elektrogeräte an Kippschalter gelegt werden. Verlässt man die Wohnung/den Raum bitte Kippschalter ausmachen. Ebenso mussten bei uns die Gasöfen abgesperrt werden und das Balkongitter, da dieses einen Abstand hatte durch den die Kaninchen fallen könnte. Haben die Kaninchen unbeaufsichtig Zugang zum Balkon (ist bei uns nicht so) muss der Balkon auch von oben/vorne gesichert werden.
Steckdosen sollten mit Kindersicherungen versehen werden. Die untersten Fächer von Regalen sollten abgesperrt oder frei gelassen werden, zumindest wenn einem die Gegenstände darin wichtig sind Am besten sind Schränke, die man schließen kann.
Auf unserer Couch liegen urindichte Tierdecken, allgemein würde ich zu waschbaren Couch- und Sesselbezügen raten.
Wichtig ist, nichts in Reichweite der Kaninchen liegen zu lassen, das nicht für sie bestimmt ist (zur Reichweite zählen auch die Fensterbretter und der Couchtisch )

Einrichtung der Kaninchenecken und Einzug
Die Kaninchen sollten in der Wohnung/dem Raum verteilt mehrere Ecken für sich haben. Wichtig sind mehrere Kloschalen, eine Heuraufe, eine Fressecke, inklusive Wassernapf und verteilt im Raum Versteckmöglichkeiten (Häuschen, Kartons usw.) und natürlich Beschäftigungsmöglichkeiten.
All dies sollte fertig vorbereitet und an seinem Platz stehen, bevor die Kaninchen einziehen.
Am wichtigsten ist, dass die Kaninchen genügend Möglichkeiten haben sich in Ruhe zurück zu ziehen und auch den Menschen aus dem Weg zu gehen

Verhalten/Sicherheitsmaßnahmen
Ist nun alles sicher und die Kaninchen eingezogen gibt es im täglichen Umgang noch einige Dinge zu beachten:
*Fenster niemals unbeaufsichtigt/unabgesperrt offen lassen - Kaninchen springen schnell mal aufs Fensterbrett und fallen aus dem Fenster, wenn sie plötzlich erschrecken, dasselbe gilt für den Balkon
*Wohnungstür nicht offen stehen lassen
*keine giftigen Zimmerpflanzen in der Wohnung
*Vorsicht beim Öffnen und Schließen von Türen, damit man die Kaninchen nicht einklemmt (wir haben Türen mit Scheiben, sodass man vorher schauen kann, ob ein Kaninchen direkt dahinter sitzt)
*Waschmaschinen, Ofen, Kühlschrank, andere Schränke usw. niemals offen stehen lassen und vor dem Schließen kontrollieren das man kein Tier darin einsperrt
*Klodeckel immer schließen
*Stühle an Tische ran rücken, wenn man keine Kaninchen auf dem Esstisch möchte
*kein „Menschenessen“ rumliegen lassen (Schokolade, Kekse, Gummibärchen usw.)
*nix auf den Boden/in Reichweite liegen lassen was gefährlich werden könnte bzw. was kaputt gemacht werden könnte
*Strom abstellen/Kippschalter umlegen wenn man die Wohnung verlässt
Und das wichtigste: Tolerant sein und viel viel Verständnis für die Tiere und ihr Verhalten zeigen, nur dann wird man mit dieser Haltungsform glücklich!
Ich hoffe ich konnte durch diese Informationen einen Einblick in diese Haltungsform geben und offene Fragen beantworten.
Bei allem was man beachten muss und bei allen Einschränkungen die man als Mensch eingeht: es ist wunderschön die Tiere so nah bei sich zu haben und zu sehen wie sie so viel Platz ausnutzen. Und auch wenn man sich mal ärgert wenn sie etwas angestellt haben muss man immer bedenken: Tierhaltung ist immer ein Kompromiss für beide Seiten. Aber wir haben uns für die Tiere entschieden und sollten Sorge dafür tragen ihnen all das Beste zu geben, was für uns möglich ist, damit sie ihre Bedürfnisse ausleben können und auch in Gefangenschaft glücklich sein können!
Bestehen noch Fragen zu unserer Haltung oder allgemein zum Leben mit Kaninchen, insbesondere in der Wohnung, bin ich gerne bereit diese per Mail (feuerkind7@googlemail.com) zu beantworten.

Vielen Dank an Theresa für den ausführlichen Text!
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