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zuletzt aktualisiert: 2013
Kaninchenjunge: Pro & Contra
"Viele Kaninchenbesitzer kommen irgendwann an den Punkt, an dem ihnen ein Gedanke durch den Kopf schießt, wie schön wäre es doch Kaninchenbabys zu haben.
Dieser Gedanke kann auf vielem gründen, sei es...
... dass Kinder im Spiel sind, die ihre Eltern davon zu überzeugen versuchen,
... oder, dass Eltern meinen, es wäre gut für ihre Kinder Tiere von Anfang an aufwachsen zu sehen,
... dass man Nachzuchten des eigenen, geliebten Tieres möchte,
... dass man Kaninchenbabies einfach nur süß findet und sich selbst diesen Gefallen tun möchte,
... dass man sich seinen Geldbeutel etwas aufbessern will,
... dass es ja natürlich ist, dass ein Kaninchen sich fortpflanzt,
oder aus welchem Grunde auch immer.

Viele dieser Gründe sind auf einer Seite sogar nachzuvollziehen. Natürlich ist es schön Tierbabies aufwachsen zu sehen, sie ihr ganzes Leben zu begleiten, ihnen überhaupt das Leben zu schenken, das kann wohl kaum einer abstreiten.

Doch die andere Seite wird von vielen leider erst viel zu spät erkannt.

Es gibt viele Gründe, die gegen eine Vermehrung sprechen. Ich möchte hier nichts an den Haaren herbei ziehen, doch meine Erfahrung in mehreren Kaninchenforen hat mir einige Gründe deutlich vor Augen geführt, von denen ich hier einige aufzählen möchte.

Es kann also sein,...
... dass das unerfahrene Muttertier kein Nest baut und die Jungen erfrieren müssen,
... dass das Muttertier keine, oder nicht genug Milch hat,
... oder die Jungen gar nicht annimmt,
... sie sogar tot beißt,
... dass die Mutter bei der Geburt stirbt. Das kann verschiedene Gründe haben, hier kann es z.B. sein, dass sie eine unerkannte Krankheit hatte (Kaninchen verstecken ihre Krankheiten instinktiv extrem gut, denn in der Natur werden kranke Tiere bevorzugt von Beutegreifern ausgewählt) und daher geschwächt war und die Strapazen der Geburt nicht überleben kann, oder, dass es Komplikationen während der Schwangerschaft, oder der Geburt gibt (z.B. können Babies in dem Muttertier stecken bleiben - fast immer das Todesurteil für beide).

In all diesen Fäll müssen die Jungen, die überlebt haben, per Flasche groß gezogen werden. Dies bedeutet Zeitaufwand, Stress und viel Arbeit und das Ergebnis ist leider extrem häufig, dass die Jungen trotzallem nicht durchkommen. Grade wenn der Besitzer noch keine Erfahrung damit hat haben die Jungen trotz aller Mühe oft keine Chance.

Des Weiterem...
... können auch Kaninchen Geschlechtskrankheiten bekommen, die sogar tödlich enden können!
... geht man sowohl bei der Deckung, als auch bei der Schwangerschaft und der Geburt IMMER das Risiko ein, die Häsin zu verlieren.
... sollte man, wenn man züchtet, oder dies vorhat (EGAL bei welcher Tierart) immer Ahnung von Genetik und Erbfaktoren haben, sonst geht man die Gafahr ein, dass die Jungen (wenn nciht sogar tot) mit erheblichen, oft irreperablen Schäden auf die Welt kommen (Fehlstellungen sind da noch das humanste), wer kann schon einen perfekten Stammbaum seines Tieres auf soetwas kontrollieren? Welcher Besitzer kann mit diesen Faktoren hantieren? Sollte man das Risiko eingehen, seinen Kindern solche, teils extrem grausamen Schäden vor Augen zu führen? Dass ein Tier gesund ist bedeutet noch lange nicht, dass es auch die Jungen sein werden. Erbkrankheiten brechen oft in einer Generation nicht aus, trotzdem sind die an sich gesunden Tiere Trägertiere, die diese Krankheiten an ihre Jungen weiter geben könne, wo sie dann zum Ausbruch kommen können.
... müssen die Jungtiere irgendwo bleiben. Man muss sich also die Frage stellen, ob man bereit ist, jedem einzelnen der 3-12 Jungen ein gutes, artgerechtes Zuhause zu suchen, oder ob man die Möglichkeiten hat diese Jungen in artgerechter Haltung selbst zu versorgen.
... muss ein unkastrierter Rammler alleine gehalten werden und
... leidet nicht nur deshalb Qualen. Er wird durch ständig aktive Dränge gequält, Instinktverhalten, das sehr stark ist und das er trotzdem nicht ausleben kann.

Und nicht zuletzt...
... gibt es bereits mehr als genug Kaninchen, die in Tierheimen, Notstationen, oder privaten Einrichtungen sitzen, die jemand nicht mehr haben wollte und nun ihr Leben lieblos fristen müssen.
~ sollte man diesen Tieren nicht eine Chance geben? Oder sollte man diesen Tieren die Chance auf Vermittlung noch schmälern, indem man noch mehr Kaninchen in die Welt setzt?

... gibt es immer wieder Unfallwürfe, die ebenfalls untergebracht werden müssen. Oft landen Dutzende super süßer Kaninchenkinder allein in Kinderzimmer-Käfigen, als Schlangenfutter (klar, auch diese Tiere müssen ernährt werden), oder ähnliches

... sitzen in Tierheimen etc. hingegen der allgemeinen Vorstellung nicht nur alte Tiere, die nur noch auf ihr Gnadenbrot warten. Wieviele Jungtiere landen im Tierheim, weil sie als Unfallwurf das Licht der Welt erblickten? Weil man nach zwei Wochen die Lust an ihnen verloren hat? Weil sie durch private Lebensänderungen plötzlich keinen Platz mehr in ihrem Heim hatten? Weil die Anschaffung unüberlegt und überstürzt war? Weil dieses Besondere Geburtstagsgeschenk dem Kind eben doch nicht gefallen hat und es doch lieber das Fahrrad gehabt hätte?


In diesem Thread möchte ich keinem eine Meinung aufdrängen, denn es muss jeder für sich entscheiden, was er für sich vertreten kann und will. Dies soll lediglich ein Text sein, der beide Seiten der Medallie zeigen soll, inklusive der Gedanken, die sich viele oft nicht machen, sei es ganz bewusst, oder einfach nur aus Unwissenheit.

Was ich[J.Bense] persönlich zum Abschluss sagen möchte:

Bitte überlegt euch gut, was ihr wollt. Euer Tier wird irgendwann von euch gehen und es ist klar, dass man es lieber für immer bei sich hätte, aber es wird niemals eine Kopie eures Tieres geben. Nicht einmal unter dessen Nachwuchs. Jedes Tier ist einzigartig und das ist gut so.
Ihr riskiert mit einer Deckung eurer Häsin ihr Leben (das ist keinerlei Übertreibung, oder Panikmacherei!!!).
Ein nicht kastrierter Rammler muss alleine gehalten werden, nur um vielleicht ein, oder zweimal Decken zu dürfen. Er leidet QUALEN! Warum? Nicht, dass die Einzelhaltung nicht schon schlimm genug wäre quält er sich mit seinen ständig presenten Drängen.
Bevor ihr überstürzt handelt, denkt darüber nach, was für ein schönes Gefühl es sein kann, von sich sagen zu können, dass man einem verstoßenen Tier noch ein shcönes Leben bereiten kann. Im Tierheim gibt es auch junge und wunderschöne Tiere und auch ein älteres Tier hat einen Anspruch auf ein liebevolles Zuhause.

Verfasst von J.Bense. Danke für diesen ausführlichen Text!
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